Tägliche Gedanken von Pfr. Schmitz-Valadier

Wachtberg, 27. März 2020: Markus 2,1-12

 

Wieder in Kapernaum. Jesus predigt in einem Haus, viele hören zu. Vier Freunde bringen einen Gelähmten. Sie decken das Dach ab und lassen ihren Freund auf einer Matte vor Jesu Füßen herunter. Jesus vergibt dem Gelähmten die Sünde. Das bringt Schriftgelehrte auf den Plan: Sünden vergeben – das kann nur Gott! Der Gelähmte wird geheilt.

 

Eine der schönsten Kindergottesdienstgeschichten: „Fünf Freunde und das Haus des Heils“ (frei nach Enid Blyton … haben Sie die auch in der Kindheit gelesen?): Ein Hoch auf die Freundschaft und Solidarität, so wie es jetzt auch ist.

 

Gibt es aber noch Wichtigeres als Freundschaft und Gesundheit? Ja, die Freundschaft zu Gott durch die Vergebung der Sünden.

Dieses Denken ist uns fremd geworden, diese Zeit haben wir wohl hinter uns gelassen …

Wir achten nur auf Gesundheit, jetzt mehr als je zuvor – achten wir auch auf unsere Seele?

 

Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben, sagt Jesus.

Es ist zunächst gar keine Wundergeschichte, sondern eine theologische Grundfrage. Die Schriftgelehrten wenden zu Recht ein: Kann nicht nur Gott Sünden vergeben? Was maßt Jesus sich da an? Gott zu sein? Der Blasphemievorwurf, der den Widerstand der religiösen Autoritäten auf den Plan ruft, ist geboren und wird ihn ans Kreuz bringen.

 

Dabei wissen bisher doch nur die Dämonen und Jesus selbst, wer er ist. Die Menschen erkennen ihn noch nicht. Hätten die Schriftgelehrten und Pharisäer ihn wirklich durchschauen können? Jesus entlässt sie jedenfalls nicht aus ihrer Schuld.

 

Wie steht es bei uns mit dem Gleichgewicht von körperlicher Gesundheit und dem Heil der Seele?

Steh auf, nimm dein Bett und geh!

 

Ich denke an diejenigen, die sich eigentlich auf ihre ureigene Aufgabe konzentrieren müssen, in einer Zeit, die uns viel an kollektiver Kraft und Gedanken abverlangt. Ein Gruß nach Köln an meinen Follower dort!

 

Günter Schmitz-Valadier

 

Gebet:

Ich will konzentriert bleiben.

Ich will meine tägliche Aufgabe sehen

und ihr – so gut ich es vermag – nachkommen.

Lass meine Seele gesund bleiben bei dir. Amen

 

Wachtberg, 26. März 2020: Markus 1,40-45

 

Jesus heilt einen Aussätzigen. Er verpflichtet ihn zum Schweigen. Der Geheilte aber erzählt überall von dem Wunder. Folge: Jesus kann in den Städten nicht mehr öffentlich auftreten, sondern bleibt an einsamen Orten, wo die Menschen ihn aufsuchen.

 

„Wes das Herz voll ist, …“

 

Wie kann Jesus realistisch denken, der Geheilte würde schweigen und nichts von dem Wunder weiter erzählen?

 

Er weiß wie alle: „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“

Endlos könnte man sich austauschen, auch wir, und wenn es auch immer das Gleiche wäre. Soviel an Redebedarf!

 

Mit dem Schweigegebot, wie auch schon mit dem Hinweis, dass sich Jesus aus den Massen zurückzieht, bereitet der Evangelist Markus ein schönes Erzählmotiv seines Evangeliums vor, das sog. „Messiasgeheimnis“. Die bösen Mächte und Dämonen, die wissen, dass Jesus der Heiland ist, der Heilige Gottes. Die Menschen aber sollen es noch nicht wissen. Es ist noch nicht so weit.

 

Wann ist es so weit? Manche wollen am liebsten jetzt schon in die Zukunft blicken.

Es ist aber noch nicht dran.

 

Ich denke an die Verkäuferin in der Bäckerei: „Bin ich froh, dass wir auf haben dürfen, dass ich zur Arbeit kommen kann!“

 

Günter Schmitz-Valadier

 

Gebet:

So schöne Tage voller Sonne.

So viele Gedanken und Worte.

So viele Gebete.

Schau in mein Herz, großer Gott, und höre meines. Amen.

Wachtberg, 25. März 2020: Markus 1,32-31

 

Jesus heilt viele Kranke und Besessene in Kapernaum. Am nächsten Morgen betet er an einer einsamen Stelle. Danach beschließt er weiterzuziehen, und er predigt und heilt in ganz Galiläa.

 

Jesus hat nie alle Kranken geheilt. Seine Wunder bleiben in der Regel vereinzelte Zeichen der Herrlichkeit des Reiches Gottes. Hier in Kapernaum heilt er viele und es spricht sich unter vielen herum und zieht Kreise. Wird es ihm zuviel?

 

Es gibt ein Zuviel. Manchen von uns geht es jetzt so, dass man die Tageszeitung schon gar nicht mehr aufschlägt. Man wird von der Lawine des Themas erschlagen. Na klar, denn es gibt auch viel an Mitteilungsbedürfnis.

 

Aber Jesus ist nicht nur zum Heiler bestimmt. Am nächsten Morgen zieht er sich zum Gebet zurück. Er weiß, dass es nicht seine Aufgabe ist, alle Kranken zu heilen, sondern seine Aufgabe lautet, überall von Gott zu erzählen, das Reich Gottes zu predigen, alle zu erretten, die Gesunden wie die Kranken.

 

Und so zieht er von Kapernaum aus weiter durch ganz Galiläa.

Gleich wo wir hinziehen, eigentlich gibt es nur noch ein Thema.

 

Ich denke an ein liebes Gemeindeglied in der Preußenwegsiedlung in Niederbachem, die im hohen Alter nach einer schweren Operation nach Hause entlassen ist. Eigentlich wäre jetzt eine Reha dran, aber die ist gestrichen. Ihre Leidensfähigkeit kenne ich, ein bisschen Zweifel habe ich eher bei der Geduld.

 

Günter Schmitz-Valadier

 

Gebet:

Großer Gott, eigentlich passiert nicht mehr viel.

Aber an jedem Abend bin ich müde.

Lass mein Herz ruhig werden,

lass mich im Gebet ablegen, was mich belastet. Amen.

 

 

 

Wachtberg, 24. März 2020: Markus 1,29-31

 

Jesus heilt in Kapernaum die Schwiegermutter des Petrus. Er fasst sie bei der Hand, das Fieber verlässt sie „und sie diente ihnen“.

 

Kapernaum. Der Jünger Simon Petrus war verheiratet, sonst hätte er ja keine Schwiegermutter. Was mag das für die Familien, für seine Frau, bedeutet haben, als er seinen Fischerberuf aufgibt, um dem Rabbi Jesus als Schüler zu folgen?

 

Das dürfte härter sein, als das, was wir momentan erleben, unsere Lieben zum Teil über weite Distanzen nicht umarmen und drücken zu können. Aber so wie wir in Gedanken, so bleibt auch die Familie Simon Petrus verbunden – von Groll ist nichts zu spüren.

 

Alle wohnen unter einem Dach – so wie wir in einem Boot sitzen.

 

Und Jesus sucht die Nähe.

Den Dämon, das psychische Leiden, hatte er vorher mit einem Wort, einem einzigen Befehl, ausgetrieben; beim Fieber, dem körperlichen Leiden, muss er anpacken. Er tut immer das, was angemessen ist. Er fasst die Erkrankte an – Achtung: Das könnte gefährlich werden.

 

Eigenartig endet die kleine Erzählung: Simons Schwiegermutter wird gesund und „sie diente ihnen“ – nicht nur Jesus, sondern dem ganzen Haus. Ein sofortiger Rückfall ins alte Rollenmuster? Oder sie macht ganz selbstverständlich das, was ihr wichtig ist.

 

Ich denke an das Pflegepersonal – mit einer davon lebe ich ja unter einem Dach –, wie sie ganz selbstverständlich auch jetzt ihrer Pflicht nachkommen.

 

Günter Schmitz-Valadier

 

Gebet:

Ich fühle mich gesund.

Aber was ist, wenn es anders wäre?

Danke für die, die den Kranken ihre Nähe zeigen.

Für sie bitten wir. Amen.

 

Wachtberg, 23. März 2020: Markus 1,21-28

 

Jesus lehrt in der Synagoge zu Kapernaum. Er heilt einen Menschen von seinem unreinen Geist. Die Menschen sind entsetzt über seine Vollmacht.

 

Kapernaum. Man nimmt an, dass Jesus dort auch eine Zeit lang gelebt hat, denn in Nazareth konnte er aufgrund des Unverständnisses über seine Konversion zum Wanderprediger unmöglich mehr sein.

 

Zunächst lehrt er in der Synagoge – Schriftlesung und Gebet sollten halt immer dem eigenen Tun und Machen vorausgehen. Dann aber das erste Wunder, an einem vom Dämon besessenen Mann.

 

Die Menschen, die Umstehenden verstehen es nicht wirklich, aber der unreine Geist, der hat Jesus durchschaut. Ich weiß, wer du bist, ruft er Jesus zu, der Heilige Gottes.

Damit bestätigt er, was Jesus seit der Taufe weiß, der „Sohn des Höchsten“ zu sein.

 

So fing das Heil an – die Menschen erkennen es nicht, die Dämonen wohl.

 

Wir erleben gerade hautnah, wie wir die sichtbare Welt nicht verstehen, aber die unsichtbare uns im Griff hat.

 

Ich denke an diejenigen, die uns unter gebetsanliegen@wachtberg-evangelisch.de eine Bitte/Dank/Gedanken haben zukommen lassen. Es sind bewegende Texte, die Pfarrerin Müller gestern am Morgen in Pech und ich im Gemeindehaus Niederbachem vor dem Altar verlesen haben. Das Gebet der Kirche ruht nicht.

 

Günter Schmitz-Valadier

 

Gebet:

Eine neue Woche beginnt.

Um uns herum startet in der Natur die Blüte.

Ein Aufbruch.

Bewahre uns den Blick für das Schöne,

wenn wir jetzt durchs Dunkel ziehen. Amen.

Wachtberg, 22. März 2020: Markus 1,16-20

 

Jesus beruft in seiner Heimatregion Galiläa zunächst vier Fischer als Jünger in seine Nachfolge: „Ich will euch zu Menschenfischern machen.“

 

Warum sammelt Jesus eigentlich einen Kreis von Jüngern um sich?

Ist es für die praktischen Aufgaben, die anstehen, wenn man als Wanderprediger unterwegs ist? Oder gehört zum Rabbi auch immer eine theologische Schule, die gegründet wird?

 

Heute will ich glauben, dass er Begleiter braucht, weil der Mensch einfach ohne Gemeinschaft nicht denkbar ist. Weil Jesus auf Menschen zugeht und Menschen um sich haben will.

 

Die er als erste beruft, sind gerade dabei, Netze auszuwerfen oder Netze zu flicken.

Wie wichtig uns doch unsere (sozialen) Netze sind!

 

Mögen sie jetzt besonders stark sein.

 

Ich denke, genau wie Pfarrerin Müller, an den Bürgerverein Werthhoven. Heute wollten wir miteinander feiern. Unser Gruß geht nach Pisinheim! Nächstes Jahr: 1251 Jahre Werthhoven! Auch nicht schlecht.

 

Günter Schmitz-Valadier

 

P.S.: Trotzdem ist für mich wirklich Sonntag – „freue dich!“ –, weil unser Sohn mit seiner Freundin aus Sri Lanka heimgekehrt ist, abenteuerlich, aber unversehrt.

Andere, erfahre ich, warten noch auf ihre Lieben.

 

Gebet:

Großer Gott,

das Netz sind nicht nur die anderen,

sondern das bin auch ich, verknüpft mit den anderen.

Lass mich verbunden sein, besonders auch mit denen, um die ich mich sorge.

Für sie bitte ich. Amen.

 

Wachtberg, 21. März 2020: Markus 1,14f.

 

Nach der Gefangenschaft Johannes des Täufers tritt Jesus in Galiläa auf und predigt:

„Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“

 

Jesus tritt bei seinem ersten öffentlichen Auftreten in die Fußstapfen Johannes des Täufers. Mit dem Bußruf übernimmt er dessen zentrale Botschaft: „Kehrt um!“

 

Werden wir umkehren? Werden wir Gutes lernen und für unsere Gesellschaft die richtigen Schlüsse ziehen? Manche spekulieren jetzt schon darüber. Oder wird es zwar ein Einschnitt sein, eine Pause, aber danach alles wie vorher? So wie wir aus einem Urlaub nach Hause kommen, uns vornehmen, die Gelassenheit zu retten … und es klappt etwa zwei Tage lang.

 

Den Umkehrruf erweitert Jesus sogleich um eine eigene Variante: „Glaubt an das Evangelium, die gute Botschaft!“ Umzukehren hat also nichts mit Verzagtheit zu tun.

 

Über den Zaun zu seiner Apfelplantage ruft mir heute ein Apfelbauer zu: „Laden Sie Ihre Batterie auf!“. Ich denke, genau das ruft Jesus uns zu: Ladet eure Batterien auf. Die Kraft liegt nicht in euch, sondern kommt euch von außen zu.

 

Heute denke ich besonders an ein liebes Ehepaar in Werthhoven. Bei denen war ich heute verabredet zur Feier des Hausabendmahls im kleinen Kreis der Familie. Selbst das geht jetzt nicht – da käme auch keine entspannte Stimmung auf. So denken wir aneinander … und das ist deutlich mehr als nichts.

 

Günter Schmitz-Valadier

 

Gebet:

Großer Gott,

es gibt so vieles, auf das sich Menschen gefreut haben,

das mit Liebe vorbereitet wurde – und nun?

Da wird das Herz mancher traurig und leer.

Kannst du es füllen mit deinem Trost? Amen.

Wachtberg, 21. März 2020: Markus 1,14f.

 

Nach der Gefangenschaft Johannes des Täufers tritt Jesus in Galiläa auf und predigt:

„Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“

 

Jesus tritt bei seinem ersten öffentlichen Auftreten in die Fußstapfen Johannes des Täufers. Mit dem Bußruf übernimmt er dessen zentrale Botschaft: „Kehrt um!“

 

Werden wir umkehren? Werden wir Gutes lernen und für unsere Gesellschaft die richtigen Schlüsse ziehen? Manche spekulieren jetzt schon darüber. Oder wird es zwar ein Einschnitt sein, eine Pause, aber danach alles wie vorher? So wie wir aus einem Urlaub nach Hause kommen, uns vornehmen, die Gelassenheit zu retten … und es klappt etwa zwei Tage lang.

 

Den Umkehrruf erweitert Jesus sogleich um eine eigene Variante: „Glaubt an das Evangelium, die gute Botschaft!“ Umzukehren hat also nichts mit Verzagtheit zu tun.

 

Über den Zaun zu seiner Apfelplantage ruft mir heute ein Apfelbauer zu: „Laden Sie Ihre Batterie auf!“. Ich denke, genau das ruft Jesus uns zu: Ladet eure Batterien auf. Die Kraft liegt nicht in euch, sondern kommt euch von außen zu.

 

Heute denke ich besonders an ein liebes Ehepaar in Werthhoven. Bei denen war ich heute verabredet zur Feier des Hausabendmahls im kleinen Kreis der Familie. Selbst das geht jetzt nicht – da käme auch keine entspannte Stimmung auf. So denken wir aneinander … und das ist deutlich mehr als nichts.

 

Günter Schmitz-Valadier

 

Gebet:

Großer Gott,

es gibt so vieles, auf das sich Menschen gefreut haben,

das mit Liebe vorbereitet wurde – und nun?

Da wird das Herz mancher traurig und leer.

Kannst du es füllen mit deinem Trost? Amen.

 

Wachtberg, 20. März 2020: Markus 1,9-13

 

Erzählt wird von der Taufe Jesu durch Johannes am Jordan. Dann geht er für vierzig Tage in die Wüste, wurde dort vom Teufel versucht … „und Engel dienten ihm.“

 

Drei Jahrzehnte lebt Jesus in seiner Heimatstadt Nazareth. Er arbeitet wie sein Vater Josef als Zimmermann. Alltagsfreuden und Alltagssorgen wie bei jedermann, nehme ich an, so unspektakulär, dass der Evangelist Markus kein einziges Wort darüber verliert.

 

Aber Veränderungen des Alltags kommen manchmal schlagartig, überraschend – das wissen wir ja jetzt auch.

 

Für Jesus war es die Taufe. Aus dem Himmel hört er eine Stimme: „Dies ist mein lieber Sohn“. Er kennt also seinen Titel: „Sohn des Höchsten“. Was meint das?

Um sich Klarheit zu verschaffen, geht er für vierzig Tage in die Einsamkeit der Wüste.

 

Vierzig Tage, genau so lang, wie unsere Fastenzeit vor Ostern: „7 Wochen ohne“. Zu der Fastenaktion lässt sich die Kirche in jedem Jahr etwas Neues einfallen. In diesem Jahr lautet das Motto: „Sieben Wochen ohne Pessimismus“ – klingt wie ein Durchhalte-Programm extra für uns. Zum Glück dürfen wir Realisten bleiben.

 

Jetzt gilt eher: Sieben Wochen ohne soziale Kontakte!

Auf die Idee wäre die Kirche bestimmt nie gekommen.

 

Jesus wird in der Wüste vom Teufel versucht.

Welchen Dämonen werden wir begegnen?

Ihm dienen Engel, schreibt der Evangelist … und uns auch!

 

Ich denke an Menschen, die anderen zu „Engeln“ werden, an die vielen Ideen, wie wir jetzt einander beistehen können.

 

Günter Schmitz-Valadier

 

Gebet:

Großer Gott,

draußen singen die Vögel, in uns tobt der Kampf.

Lass uns etwas klarer sehen.

Hilf uns die Zeit durchzustehen. Amen.

Wachtberg, 19. März 2020: Markus 1,1-8

 

Erzählt wird vom Auftreten Johannes des Täufers am Jordan. Von seiner Bußpredigt in der Wüste, wie die Leute in Scharen zu ihm hinauskamen und sich von ihm taufen ließen. Wie er einen Nachfolgenden ansagt, der „größer ist als ich“.

 

Die Geschichte Jesu beginnt im Markusevangelium gar nicht mit seiner Geburt, sie beginnt noch nicht einmal mit ihm selbst, sondern mit Johannes dem Täufer. Wie eine Erinnerung daran, dass nichts ohne Vorgeschichte ist. Dass unserem Leben und Auftreten immer schon anderes voraus liegt. Alles ist im stetigen Fluss und baut aufeinander auf.

 

Hier baut alles auf einer Bußpredigt auf – die wollen die Leute hören. War es etwa eine Zeit, in der die Menschen sich mehr auf sich selbst besannen? Oder das suchten?

Warum sollte man freiwillig in die Wüste gehen, freiwillig in die Isolation?

Liegt darin auch eine Chance für uns?

 

Man ging nicht raus zu dem seltsamen Prediger, um unterhalten zu werden.

In der Stille der Wüste begegnest du dir selbst.

Wird es jetzt so sein für uns?

 

Sie kamen raus zu ihm, zu Johannes dem Täufer, weil er glaubwürdig auftrat.

Er predigte Wasser und trank keinen Wein. Er war streng und ernst, sehr diszipliniert – aber vor allen Dingen war er authentisch. Er war genau der richtige, der Jesus voraus ging.

 

Glaubwürdigkeit – wie geht das jetzt?

Vielleicht besonders im Gebet.

 

Ich denke an meinen mittleren Sohn, den Polizisten, der mit seiner Freundin zum Urlaub in Sri Lanka ist und jetzt irgendwie versucht, heimzukehren.

 

Günter Schmitz-Valadier

 

Gebet:

Großer Gott,

es ist eine besondere Zeit: In uns das Chaos, vor uns die Wüste.

Wir bitten dich für alle, die verunsichert sind und Beruhigung suchen.

Wir bitten für alle, die unterwegs sind und ihre Heimat vermissen.

Nimm uns an die Hand und leite uns. Amen.

 

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